Warum heißt es eigentlich „etwas ausgefressen haben“?

Das kennst du sicherlich auch: Wer etwas „ausgefressen“ hat, der hat meist etwas Unerlaubtes getan. Doch woher kommt diese Redewendung? Was haben jugendlicher Schabernack und Kavaliersdelikte mit Essen zu tun?

Das Sprichwort wurde schon vor Jahrhunderten genutzt und mündlich überliefert. Wie so oft in diesen Fällen, kann die genaue Herkunft gar nicht mehr nachvollzogen werden. Daher stehen gleich zwei Erklärungen zur Auswahl. Und wer Haustiere hat, kann die erste Möglichkeit sicherlich nachempfinden. Laut dieser bezog sich der Spruch ganz einfach auf Hunde oder Katzen, die hinter dem Rücken ihrer Besitzer etwas Essbares stibitzt hatten.

Eine weitere mögliche Herkunft des Spruches geht auf eine – aus heutiger Sicht extrem ungewöhnliche – Strafe für Schuldner im Mittelalter zurück. So wurden laut Überlieferungen Leuten, die ihre Schulden nicht bezahlen konnten oder wollten, sogenannte „Fresser“ ins Haus geschickt. Ihr Auftrag: Alles auffuttern, was nicht niet- und nagelfest war. Die Meute verschlang so lange was die Speisekammer hergab, bis der Schuldner doch noch zahlte – oder gezwungenermaßen den Ort verließ.

Heute stellen wir die Frage eher, wenn es um kleinere Vergehen und ungefährliche Streiche geht, die meist von Kindern oder Jugendlichen hinter dem Rücken der Erwachsenen begangen wurden.