„Traditionelle Gerichte“: Labskaus

Es zählt zu den typisch norddeutschen Gerichten: Labskaus. Die einen lieben es, die anderen verschmähen es. Kein Wunder, Labskaus ist optisch nicht unbedingt ein Hit. Rote Bete, Kartoffeln und gepökeltes Rindfleisch oder für die schnelle Variante Corned Beef aus der Dose werden zu einem rosa Brei vermengt. Trotzdem gewinnt das traditionelle Gericht seit einigen Jahren wieder an Beliebtheit. Doch woher kommt das Seemannsgericht eigentlich? Und wer kam auf die Idee, das Essen zu pürieren?

  1. Leibgericht der Seefahrer
  2. Labskaus: Zutaten und Zubereitung

Leibgericht der Seefahrer

Labskaus, so nehmen viele an, ist ein deftiges Gericht, das aus Hamburg kommt. Das stimmt allerdings nicht so ganz, denn weltweit und vor allem in Skandinavien ist das Gericht ebenfalls bekannt. Die Nähe zum Meer eint diese Länder – Labskaus ist nämlich ein altes Seemannsgericht. Der ursprüngliche Herkunftsort lässt sich wie bei vielen anderen traditionellen Gerichten ebenso wenig ausmachen wie die ursprüngliche Zubereitungsweise.

Woher stammt der Name „Labskaus“?

In England verbreitet ist der „Lobscouse“ – ein Eintopf mit Corned Beef, womit nicht das Dosenprodukt sondern einfach gepökeltes Fleisch gemeint ist. Aber auch in Lettland spricht man von „labs kausis“, also von der „guten Schüssel“. Die Vermutung, dass die Seefahrer sich von Übersee bei der Namensgebung inspirieren ließen, liegt also nahe.

Zutaten und Zubereitung von Labskaus

Die Zutaten können variieren. Beim hierzulande bekannten Labskaus sind üblicherweise gekochte Kartoffeln, rote Bete und gepökeltes Rindfleisch die Grundzutaten von Labskaus. Wie kommt’s? All diese sehr haltbaren Zutaten konnten früher problemlos an Bord auf lange Reisen mitgenommen werden. Und wie viele Gerichte entstand auch Labskaus aus einer Not heraus: Da die Seemänner oft an Nährstoffmangel litten und daher unter Skorbut litten, konnten sie aufgrund fehlender Zähne kaum feste Nahrung zu sich nehmen. Deshalb zerkleinerten sie ihr Essen kurzerhand.

Exklusivere Varianten trumpften noch mit Matjes und Zwiebeln auf. Obendrauf ein Spiegelei, immerhin gackerten an Bord der Schiffe oft einige Hühner. Mit diesen Beilagen wird Labskaus noch heute in Hamburger Gaststätten serviert.