Sein Aroma ist dominant

Kümmel

Die einen lieben ihn, die anderen meiden ihn. Die Rede ist von Kümmel. Doch über Geschmack lässt sich bekanntlich herrlich streiten – und am Ende wird vielleicht doch ein Kümmelgegner davon überzeugt, dem aromatischen Gewürz, das zu den ältesten der Welt zählt, eine zweite Chance zu geben.

Wie schmeckt Kümmel?

Süß, balsamisch, scharf – Kümmel hat so einiges auf der Aroma-Skala zu bieten. Zusätzlich zu seinen Anis- und Fenchelnoten, kommt er recht dominant daher, weshalb er sich besonders für deftige Gerichte eignet. Schuld daran sind hauptsächlich die reichlich vorhandenen ätherischen Öle, die in den sichelförmigen Teilfrüchten der braunen Spaltfrüchte enthalten sind.

Kümmel und Kreuzkümmel – wo ist der Unterschied?

Es gibt nicht nur einen Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel, sondern gleich mehrere: Beide Gewürze stammen zwar aus derselben Pflanzenfamilie (Doldenblütler), gehören aber jeweils zu anderen Unterarten. Sagen wir es so: Sie sind allenfalls entfernte Cousins. Auch geschmacklich haben die beiden Würzgiganten nicht viel gemeinsam (Kreuzkümmel ist kräftiger und bitterer) ­– der Name ist hauptsächlich auf ein ähnliches Aussehen zurückzuführen.

Wie würze ich mit Kümmel?

Mit Kümmel kann frei der Nase nach gewürzt werden – jedoch sollte man sich bezüglich der Menge mit seinem Enthusiasmus etwas zurückhalten, denn Kümmel hat einen kräftigen Eigengeschmack. In den Ring mit diesem Gewürz trauen sich für gewöhnlich nur Pfeffer, Chili, Bohnenkraut, Dill, Gewürzfenchel, Knoblauch, Koriander, Wacholder und Zwiebeln. Alle anderen Gewürze gehen gnadenlos unter.

Kümmel kann in ganzer oder gemahlener Form zum Einsatz kommen. Der ein oder andere, der erst noch von Kümmel überzeugt werden muss, sollte vielleicht zunächst einmal mit der gemahlenen Form konfrontiert werden. Sind nur die ganzen Früchte im Haus, hier ein kleiner Trick: Früchte anstoßen und dann in ein Mullsäckchen oder in ein Tee-Ei füllen, mitkochen und vor dem Servieren wieder entfernen. So geht man gar nicht erst das Risiko ein, dass ein Essensgast beim Biss auf das kräftige Früchtchen das Gesicht verzieht.

Wozu passt Kümmel?

Der intensiv-würzige Geschmack von Kümmel passt gut zu:

  • Kohlgerichten wie Irish Stew, Sauerkraut, Krautsalat
  • Suppen und Eintöpfen
  • Kartoffelgerichten
  • Brot, Brötchen, Gebäck
  • Deftigen Fleischgerichten wie Braten, Gulasch, Schmorgerichten
  • Quark und Käse wie Harzer
  • Meerestieren wie Hummer, Langusten und Krebsen