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Aus der Familie der Doldengewächse stammt der bei uns heimische Kümmel, auch Feld- oder Wiesenkümmel genannt. Als Gewürz verwendet werden die getrockneten Spaltfrüchte dieser filigranen Pflanze.
Das kräftige Kümmelaroma gilt als Merkmal klassischer, deutscher Küche. Doch verleiht Kümmel Schweine-, Enten- oder Gänsebraten, Kohl, Sauerkraut, Bratkartoffeln oder Zwiebelkuchen und frisch gebackenem Brot nicht nur die typisch „deutsche“ Note, er macht die schwer verdauliche Hausmannkost zudem viel bekömmlicher. Dies bewirken die Inhaltsstoffe dieses Fruchtgewürzes, speziell die ätherischen Öle. Sie können bei den unterschiedlichsten Verdauungsstörungen helfen: bei Magen- und Darmproblemen, Blähungen, Krämpfen, Übelkeit und Völlegefühl. Kümmel wurde als „Magenfreund“ bereits in früheren Zeiten hoch geschätzt. Zu Beginn der Neuzeit, 1543, beschrieb der pflanzenkundige Arzt Leonhart Fuchs diese Wirkung in seinem Kreutterbuch: Kümmel „... ist dem magen und dem mund ganz lieblich und dienstlich...“. Rasch breitete sich diese Doldenpflanze in unseren Regionen aus, wurde in Gärten und auf Feldern kultiviert und etablierte sich als beliebte Speisezutat. Es bildeten sich regelrechte Kümmelregionen heraus, unter anderem in Thüringen, wo „verhexte Holzweibel“ mit Kümmelbrot vertrieben wurden. Soll Kümmel doch schließlich vor unheilbringenden Geistern, Dämonen und Kobolden schützen. Auch Kindern, von Albträumen geplagt, wurde zur Abwehr der schrecklichen Nachtgeister eine Schüssel mit Kümmel unter das Bett gestellt. Heutzutage wird das ätherische Kümmelöl in der Aromalehre als beruhigend und harmonisierend eingestuft und kann mittels Duftlampe eingesetzt werden.
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