Teil 4: Chili – feuriger Nothelfer

Über 6.000 Jahre alt sind archäologische Funde von Chilischoten in Ecuador. Somit ist dieses Gewürz aus der Familie der Nachtschattengewächse, eine der ältesten Kulturpflanzen der Neuen Welt. Die Bewohner Mittel- und Südamerikas würzten mit den feurigen Beerenfrüchten ihre Speisen und Getränke. Die scharfe Würze kam aber nicht nur dem Geschmack zuliebe zum Einsatz - heute belegen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen die positive Wirkungskraft des Chilis. 
Das spezielle an der Chilischote ist der scharfe, medizinisch wirksame Inhaltsstoff Capsaicin, der in Samen und Scheidewänden sitzt. Dieser Scharfstoff hat – in Maßen genossen – eine gesamt positive Wirkung. So aktiviert er den Organismus, stärkt das Immunsystem, regt den Kreislauf an, pusht den Stoffwechsel, mobilisiert körpereigene Energien, fördert den Appetit sowie die Verdauung und Harnausscheidung. Doch wie so oft, die Menge macht’s auch hier: In höherer Dosierung kann dieser Naturwirkstoff eventuell empfindliche Schleimhäute im Magen-Darm-Bereich reizen. Im Verbund mit Vitamin C – ebenfalls Inhaltsstoff von Chili – unterstützt Capsaicin auch die Infektionsabwehr. Am höchsten ist der Capsaicingehalt übrigens in den grünen Schoten, mit der Reife nimmt auch die Menge ab. Weitere Gesundmacher im Chili sind die Carotinoide. Diese Farbstoffe wirken antioxidativ.
Über eine weitere interessante Wirkung der würzig-brennenden Schote berichten Forscher aus Taiwan. In Laborversuchen verminderte der Scharfstoff im Chili die Einlagerung von Fett in den Zellen und kurbelte zudem noch den Fettabbau an. Außerdem wird durch Capsaicin allgemein der Stoffwechsel erhöht und damit der Energieumsatz verstärkt. Ein Grund mehr, öfter mal eine scharf gewürzte Mahlzeit zu genießen. Ob Chili frisch, eingelegt oder in getrockneter Form als Pulver oder Flocken, bleibt dem individuellen Geschmack überlassen – Hauptsache scharf!
Auch in der äußerlichen Anwendung erzielt der Chilischarfstoff effektive Resultate. Werden Balsame, Salben oder Tinkturen mit Capsaicin (aus der Apotheke) aufgetragen, rötet sich die Haut und es erfolgt ein nachhaltiges Wärmegefühl. Die Blutzufuhr wird lokal verstärkt, Muskelverspannungen lösen sich. Zudem werden die Schmerzimpulse unterdrückt. Studien ergaben eine gute Wirksamkeit beim Auftragen von Chiliprodukten bei Arthrosen, Zoster-Schmerzen, Neuropathien und Psoriasis.

Gewürztipp:
  • Cayenne-Pfeffer

  • Rezepttipp:
  • Chili Ribs
  • Chili-Knoblauch-Fladen mit scharfer Butter
  • Chili-Knoblauch-Gurken

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