Die getrockneten, noch nicht entfalteten Blütenknospen eines tropischen Baumes, zählen mit den zu duft- und geschmacksintensivsten Gewürzen. Ursprünglich in einem eng begrenzten geographischen Bereich – nur auf den nördlichen Inseln der Molukkengruppe im Indischen Ozean – wachsend, sind die
Nelken nun auch in Indonesien, Tansania, Malaysia, Sri Lanka, Brasilien, auf Madagaskar, Mauritius, Jamaika sowie Französisch Guayana anzutreffen.
Tropisches, feuchtwarmes Klima ist besonders gut für das Wachstum von Gewürznelkenbäumen. Sechs bis acht Jahre nach der Anpflanzung, können zum ersten Mal die Knospen gepflückt werden. Geerntet werden per Hand oder mittels langen Haken die noch geschlossenen Blütenknospen als ganze Büschel. Stiele und Blütenblätter werden dann manuell oder maschinell entfernt. Die Knospen trocknen meist an sonnigen Plätzen und erhalten dadurch ihre braun-rötliche Farbe. Verwendet werden dann als Gewürz die getrockneten
Nelken , ganz oder gemahlen.
Die
Gewürznelken besitzen einen feurig-warmen, leicht brennenden Geschmack sowie einen süßlichen Duft. Aromabestimmend ist Eugenol, mit 78-95% Anteil, die Hauptkomponente im ätherischen Öl. Dem ätherischen Öl verdankt dieses Blütengewürz auch seine, die Gesundheit positiv beeinflussende Wirkung. So besitzt dieses Myrtengewächs antibakterielle, antiseptische, desinfizierende, anästhetische und zugleich schmerzlindernde Eigenschaften.
In der Hausapotheke findet die
Gewürznelke heute noch Anwendung bei entzündlichen Prozessen in Mund- und Rachenraum, doch auch die moderne Zahnmedizin setzt für provisorische Füllungen das ätherische Nelkenöl mit ein. Sollten sich zu unpassender Zeit einmal Zahnschmerzen einstellen, so betäubt der Biss auf eine
Gewürznelke die Schmerzen auf dem Weg zum nächsten Zahnarzt. Schon im alten China kamen
Nelken für die Mundhygiene zum Einsatz – so durften die Höflinge nur mit einer Gewürznelke im Mund sich dem Herrscher nähern, um dessen Nase nicht mit übelriechendem Atem zu belästigen.
Im Abendland verbreitete sich dieses hocharomatische Gewürz bereits seit dem frühen Mittelalter und die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen beschreibt im 11. Jahrhundert die Nelke als wohltuende Pflanzenmedizin bei Wassersucht, Gicht und Kopfschmerzen.
Heutzutage werden die
Gewürznelken zudem bei Völlegefühl, Blähungen sowie Verdauungsstörungen empfohlen, da diese den Magen-Darm-Trakt beruhigen. So sind
Nelken auch Bestandteil vieler Magenbitter, -tinkturen oder -tees.