Wer kennt die kleinen Kniffe, die in der Küche weiterhelfen, besser als ein Sternekoch? Christian Henze zeigt Ihnen nun monatlich, worauf’s in der Gewürzküche ankommt und Ostmann liefert Ihnen passend dazu die richtigen Zutaten.
Ostmann: Rosmarin ist ja seit alters her ein sehr geschätztes Gewürzkraut. Wie erklären Sie sich dessen Beliebtheit?
Christian Henze: Das intensive Aroma von Rosmarin ist mit nichts zu vergleichen. Der frische, herb-würzige Geschmack und der zarte, nadelholzartige Duft harmonisieren besonders gut mit mediterranen Zutaten.
Ostmann: Das heißt, Rosmarin passt gut zu Tomaten, Zucchini oder Ofenkartoffeln genauso wie zu Fisch, Schweine- Rind- und Lammfleisch, Geflügel sowie Pastasaucen?
Christian Henze: Richtig. Rosmarin sollte jedoch schon während des Kochvorgangs zugegeben werden, damit dieser sein volles Aroma entfaltet.
Ostmann: Da haben Sie sicher zum Thema Rosmarin auch eine persönliche Rezeptempfehlung?
Christian Henze: Mein Favorit ist die
geschmorte Kaninchenkeule mit Knoblauchsauce , fein abgestimmt mit Rosmarin, Thymian und Lorbeerblättern.
Ostmann: Die hohe Wertschätzung dieses Gewürzkrauts geht aber doch über den Einsatz in der Küche hinaus. Welchen Gesundheitsaspekt zeigt Rosmarin?
Christian Henze: Schon seit dem Mittelalter ist die positive Wirkung von Rosmarin bekannt. Damals wurde dieser Halbstrauch in den Klostergärten kultiviert und von den heilkundigen Mönchen bei Erschöpfung, Herz-Kreislaufproblemen, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit empfohlen. Heute ist auch wissenschaftlich die hilfreiche Anwendung von Rosmarin bei Verdauungsbeschwerden, Magen- und Darmkrämpfen sowie Gallestörungen belegt.
Ostmann: Worauf beruht diese medizinische Wirkung?
Christian Henze: Die nadelförmigen Blätter des Rosmarins enthalten ätherisches Öl, Gerb- und Bitterstoffe, die für die gesundheitlichen Eigenschaften verantwortlich sind.
Ostmann: Frischer Rosmarin ist im Sommer ja auch gut verfügbar. Was empfehlen Sie denn außerhalb der Gartensaison?
Christian Henze: Getrockneter Rosmarin,
geschnitten oder
gemahlen steht ganzjährig zur Verfügung. Die Gerbstoffe verstärken sich beim Trocknungsprozess und somit hat getrockneter Rosmarin eine intensiveres Aroma als frischer. Wichtig ist eine luft- und lichtdichte Aufbewahrung, da getrockneter Rosmarin sonst an Aroma verliert und auch leicht Fremdgerüche annimmt.
Ostmann: Herr Henze, haben Sie vielen Dank für Ihre erstklassigen Tipps!