Wer kennt die kleinen Kniffe, die in der Küche weiterhelfen, besser als ein Sternekoch? Christian Henze zeigt Ihnen nun monatlich, worauf’s in der Gewürzküche ankommt und Ostmann liefert Ihnen passend dazu die richtigen Zutaten.
Ostmann: Muskatnuss und
Muskatblüte gehören zu den Topgewürzen in der deutschen Küche. Was unterscheidet denn beide?
Christian Henze: Zunächst mal stammen beide vom selben Baum. Der immergrüne tropische Muskatnussbaum trägt pfirsichartige Früchte. Darin befindet sich ein Samenkern (die Muskatnuss), der von einer Samenschale und einem Mantel umhüllt ist, dem s.g. Arillus, auch als Muskatblüte oder Macis bezeichnet. „Nuss“ und „Blüte“ sind also botanisch gesehen irreführende Begriffe, haben sich aber bei uns so eingebürgert. Einen Unterschied gibt es naturgemäß auch im Aroma. Muskatnuss besitzt den vollen würzigen Geschmack, Muskatblüte ist nuancierter und feiner.
Ostmann: Beide Gewürze werden sowohl für pikante als auch für süße Speisen eingesetzt. Haben Sie eine Würzempfehlung?
Christian Henze: Muskatnuss sollte im Ganzen gekauft und dann am besten jeweils frisch gerieben werden. Muskatblüte ist bereits fein gemahlen erhältlich. Beide eignen sich zum Würzen von Suppen, Saucen, Gemüse- und Fleischspeisen, Gebäck sowie zu vielen Kartoffelgerichten. Zu Spinat & Co. ist eine Prise feurig-würziger Muskatnuss sogar ein Muss.
Ostmann: Haben Sie denn da auch einen speziellen Rezepttipp dazu?
Christian Henze: Klar! Jetzt im Frühling haben ja Gerichte mit Spinat Hochsaison und ich kann besonders die
Mangold-Spinat-Lasagne empfehlen: mit knuspriger Parmesankruste und saftiger Füllung. Ein leckeres Essen auch für die kommende Osterzeit.
Ostmann: Welche Würzmenge empfehlen Sie denn für diese beiden Gewürze?
Christian Henze: Durch die Intensität des Geschmackes genügt meist eine Prise. Es gab früher auch eine scherzhafte Empfehlung für die Kochlehrlinge: Eine ganze Muskatnuss musste für die Zeit der gesamten Ausbildung genügen.
Ostmann: Herr Henze, wir danken Ihnen für diese informativen Tipps!